Magical Life-Rezension im Kulturmagazin UNI
Tomáš S. Polívka hat im tschechischen Kulturmagazin UNI eine Rezension zu meinem Debütalbum Magical Life geschrieben. Danke für das aufmerksame und feinfühlige Hören.
Im tschechischen Kulturmagazin UNI ist eine Rezension meines Debütalbums Magical Life erschienen. Geschrieben hat sie Tomáš S. Polívka, lesen kann man sie auf der UNI-Website. Das Original ist auf Tschechisch.
Ich freue mich aufrichtig darüber. Nicht nur, weil die Rezension wohlwollend ist, sondern vor allem, weil der Autor das Album aufmerksam und mit Gespür angehört hat. Er hat auch die Stellen benannt, an denen er Raum für weiteres Wachstum sieht, und genau solches Feedback schätze ich am meisten. Ich nehme es als Reflexion und als Ansporn.
Die Rezension im vollen Wortlaut (aus dem Tschechischen übersetzt)
PAVEL SZABO - Magical Life
Eigenverlag, 2025, 31:36Der junge Komponist und Pianist Pavel Szabo setzt auf seinem Debütalbum auf einen eigentlich sehr konservativen Ansatz und auf Motive, die eingängig, schlicht, vielleicht sogar gefällig sind, dabei aber hörbar erlebt und ehrlich gemeint. Das meine ich aber überhaupt nicht negativ. Obwohl ich mich solchen, sagen wir mal, neoklassischen Sachen sonst nicht widme und in der zeitgenössischen Musik nach weit weniger konventionellen Wegen suche, rechtfertigen Szabos einfühlsame Arbeit mit Atmosphäre und seine melodische Erfindungsgabe die Rezension vollkommen. Allerdings muss sich der Hörer mit einem unvermeidlichen Gefühl des Bekannten auseinandersetzen. Das ist kein Plagiatsvorwurf, nur die Feststellung der bekannten Tatsache, dass im begrenzten Vorrat harmonischer und melodischer Wendungen, die dem europäischen Ohr gefallen, schon alles dagewesen ist, wenn man Musik für ein breites Publikum schreiben will.
Szabo verbindet gekonnt eine "klassizisierende" Sanglichkeit oder walzerhafte Leichtigkeit mit zurückhaltend eingesetzten Elementen des Minimalismus. Inspiriert hat er sich nach eigenen Worten auch von indischen Ragas und vom indonesischen Gamelan. Genauso wie die amerikanischen Pioniere des Minimalismus in den Sechzigern, nicht wahr. Orientalische Einflüsse hat er bewusst auch in das Stück Scent Of Asia hineingeschrieben, auch wenn es dort nicht um eine Raga geht, sondern eher um eine quasi-volkstümliche Melodie irgendwo aus Indochina. Eine schöne, das muss man wieder hinzufügen.
Es könnte scheinen, dass Szabo von tragenden Motiven schnell wegläuft, ohne sie sorgfältiger auszuarbeiten. Die Spielzeiten seiner kompakten, streng "logischen" Soloklavier-Miniaturen bewegen sich oft zwischen einer und zwei Minuten oder leicht über zwei Minuten. Auch das ist aber offensichtlich Absicht. Nach Aussage des Autors funktionieren die Miniaturen ausgezeichnet und haben grenzüberschreitenden Erfolg auf Streaming-Plattformen. Kurz gesagt, sie passen in eine schnelle und oberflächliche Zeit. Man kann leider feststellen, dass Streaming keine würdige Präsentation der Musik ist, aber gegen den Wind kann man nicht… Und die Musik selbst ist nicht oberflächlich, sie kann sicher nicht nur als Kulisse, sondern auch als eine Art Bildungsarbeit funktionieren. Pavel Szabo ist zweifellos ein einfallsreicher Melodiker, ein vielversprechendes aufkommendes Talent. Es ist nur die Frage, wohin er seine Begabung in Zukunft lenken wird. Bis hierhin ist es gut.
- Tomáš S. Polívka, UNI Kulturmagazin